Manfred Hafner Vorsitzender der
CDU-Gemeinderatsfraktion
Haushaltsplan 2011 – Stellungnahme der
CDU-Fraktion in der GRS am 13.04.2011
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
werte Kolleginnen
und Kollegen,
Mut zur Zukunft
Entgegen aller Befürchtungen für die Haushaltsjahre
2009 und 2010 ist die Gemeinde Epfenbach im Rückblick
von den Auswirkungen der einmaligen Finanz-und
Wirtschaftskrise in großen Teilen verschont geblieben.
Wir haben Kratzer abbekommen , ja, aber wir stehen
heute mit einer im Vergleich zu anderen Kommunen noch
relativ guten Finanzausstattung da.
Diese positive Entwicklung, haben wir ohne Zweifel in
hohem Maße dem erfolgreichen Handeln unserer
mittelständischen Firmen zu verdanken, was sich in den
Gewerbesteuereinnahmen widerspiegelt.
Die „schlechte Nachricht“, wie in den Vorjahren, dass
die Gemeinde von ihrer Substanz lebt, gilt leider auch
für 2011. Die Gemeinde erwirtschaftet im
Ergebnishaushalt eine Negativzuführung i.H.v.
506.400,-€, eine solche Zuführung ist mir in meiner
aktiven GR-Tätigkeit noch nicht untergekommen.
Trotz allem gilt es aber nicht nur zu verwalten sondern
auch mit Augenmaß zu gestalten.
In Verantwortung für unsere Bürger und unser Heimatdorf
stellen wir uns den Herausforderungen und lassen uns in
die Pflicht nehmen.
Die Haushalts-konsolidierung sollte gewiss
vorangetrieben werden , aber auch die Entwicklung
Epfenbachs, gerade im Rahmen des LSP in der Ortsmitte
ist m.E. Unabdingbar.
Verwaltung und Gemeinderat sind weiter gefordert, in
diesen Zeiten wirklich alles auf den Prüfstand zu
stellen aber auch Alternativen zu entwickeln, bzw. die
Notwendigkeit von Ausgaben zu hinterfragen.
Es gilt nicht zu lamentieren, sondern wir müssen
uns auf Schwerpunkte verständigen.
Wir wollen das Image unserer Gemeinde in folgenden
Bereichen fördern:
–
im
Ausbau und Förderung der Kinderbetreuung
–
Die
Gemeinden stehen immer stärker in gegenseitiger
Konkurrenz. Um die Entwicklung die der Demographische
Wandel mit sich bringt, meistern zu können, muss es uns
gelingen junge Familien in unserer Gemeinde zu halten
oder Ihnen in Epfenbach eine neue Heimat zu bieten
–
Junge
Familien sind die Zukunft unserer Gemeinde. Unsere
Aufgabe ist es, die Zukunftsperspektive für diese
Familien zu schaffen.
–
Junge
Familien brauchen bezahlbaren Wohnraum, ein gutes
Betreuungs- und Bildungsangebot, gut erreichbare
Arbeitsplätze, ein attraktives Freizeit-angebot und ein
aktives, lebendiges Dorfleben
–
in der
Sanierung und einer guten Sachmittel-Ausstattung
unserer Schule
–
in der
Bereitstellung von Mitteln für die Sanierung unserer
Straßen
–
in der
Innenentwicklung: Mit den LSP Maßnahmen evtl. eine,
wenn auch abgeschwächte Grundversorgung, herzustellen
–
in der
Unterstützung der sozialen Infrastruktur für unsere
Vereine und kulturellen Einrichtungen
Bei all diesen Gedanken müssen wir aber auch erkenn,
dass die Konjunkturzyklen immer kürzer werden und dafür
heftiger ausschlagen. Sicher ist nur die Unsicher-heit
oder anders ausgedrückt: Nichts ist so beständig wie
der Wandel.
Um Wiederholungen von bereits vorgetragenen Zahlen zu
vermeiden möchte ich nur auf den Ansatz als solches
eingehen.
Verwaltungs-/Vermögenshaushalt
Auf
der Einnahmen-Seite sind wir bekanntermaßen sehr stark
von der Entwicklung des Gemeindeanteils an der
Einkommensteuer, den Schlüsselzuweisungen und er
Gewerbesteuer abhängig. Auf diese Parameter haben wir
so gut wie keinen direkten Einfluss.
Wir haben bewußt nicht an den Steuer- Abgaben- oder
Gebührenschrauben gedreht. Zwischenzeitlich sind die
bis 2008 gebildeten Rücklagen fast
(bis auf den gesetzl. geforderten Mindestbetrag)
aufgebraucht.
Trotz
der angespannten Finanzen werden Maßnahmen fortgesetzt
bzw. begonnen. Vom LSP unterstützt (60% Zuschuss) sind
besonders gemeindliche aber auch private Maßnahmen im
Ortskern zu nennen.
Auch die weitere energetische Fenstersanierung bei der
Merian-Schule wird fortgesetzt. Daneben bildet die
zugesagte Umgestaltung des naturwissen-schaftlichen
Bereichs ein Schwerpunkt des VermHH.
Bezüglich der
Finanzierung der Kindergärten und Kleinkindbetreuung
ist ein stetiges Anwachsen der gemeindlichen Kosten zu
verzeichnen. Wie ein evtl. „Gebührenfreier
Kindergarten“ wie von Grün/Rot geplant finanziert
werden soll sehe ich gespannt entgegen.
Im Vermögenshaushalt ist die Massnahme
Oberflächenwasser/Hochwasserschutz
Kanal
Eschelbronner Str.
eingestellt. Man kann, angesichts der
finanziellen Lage der Gemeinde , gewiß über die
Notwendigkeit diskutieren, aber gleichwohl haben wir
die Sorgen der Anwohner Eschelbronnerstr. nicht aus dem
Auge verloren und lösen ein seit Jahren gegebenes Wort
und Verantwortung ein, allerdings unter dem
Vorbehalt der Genehmigung des Wasserwirtschaftsamtes
und der kalkulierten Kosten.
Beim Wald ist in naher Zukunft eine konzeptionelle
Änderung der Bewirtschaftung aus
betriebswirtschaftlichen Erwägungen unabdingbar uind
vom GR schon angedacht und angesprochen
In der interkommunalen Zusammenarbeit müssen weitere
Schritte (wie der heute Abend getätigte) getan werden,
sie sollen aber kritisch begleitet werden
und müssen die Bewahrung der Idendität der
Kommune beinhalten.
Auch beim Bestattungswesen werden wir die gegebene
Entwicklung aufnehmen und den veränderten
Grundbedingungen durch das neu anzulegende Gräberfeld
der Bad. Friedhofsgärtner Rechnung tragen. In diesem
Zusammenhang ist eine Sanier-ung des Weges dringend
erforderlich.
Auch an der Unterstützung des wichtigen ehrenamtlichen
Engagements der Freiwilligen Feuerwehr, lässt die CDU
keinen Zweifel. Wir achten sehr genau darauf, dass der
Bedarfsplan erfüllt wird. Die Investitionen dienen der
Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger. Anmerken
möchte ich jedoch, dass gewisse Zuständigkeiten nicht
außer Betracht gezogen werden sollten.
Trotz alldem gibt es einige Vorhaben, die im
vorliegenden Haushalt nicht berücksichtigt sind. Warten
müssen u.a. Neukonzeptionierung Standort Bauhof und
Rathaus-Um bzw. Neugestaltung.
Für
die Zukunft werden wir uns sicherlich noch mehr mit
energiepolitischen Fragestellungen beschäftigen müssen.
Hier geht es vor allem um die Frage einer
zukunftsfähigen dezentralen Erzeugung bzw. Versorgung
und welche wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeiten für
Gemeinden überhaupt bestehen. Kommunale Energiekonzepte
– um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, Ressourcen zu
schonen und generationenübergreifende Perspektiven auf
zuzeigen- sollten verstärkt in den Fokus rücken.
Mit einem Zitat möchte ich zum Schluss kommen:
„Der
eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der
andere packt sie kräftig an und handelt“
Packen wir die Herausforderung gemeinsam an, seien wir
umsichtig und vorausschauend, kritisch und sachlich,
dann können wir gemeinsam ein positives Jahr 2011
gestalten und unsere Gemeinde in den kommenden Jahren
so aufstellen, dass wir künftige Krisen standsicher
bewältigen können.
Zuversicht ist dafür eine zwingende Voraussetzung..
Denn Zuversicht ist Einsicht in Aussicht. Ich möchte
mich im Namen meiner Fraktionskollegen bei allen
bedanken, die haupt oder ehrenamtlich für unsere
Gemeinde tätig waren.
Wir bedanken uns bei der Gesamtverwaltung und im
Besonderen bei der Rechnungsamtsleiterin Frau Schmitt,
die doch einen etwas steinigen Weg begehen
musste, bis zur Erstellung des Haushaltsplans.
Wir wünschen uns auch künftig eine respekt- und
vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen
Fraktionen, Bürgermeister und Verwaltung um ziel
führend für Epfenbach zu wirken.
In diesem Sinne stimmt die CDU-Fraktion dem
Haushaltsplan 2011 wie vorgelegt zu.
_______________________________________________